1979 in Bildern
In der Hauptwerkstatt wurden unter anderem Lehrlinge zum Instandhaltungsmechaniker ausgebildet. Nach der Ausbildung in Theorie und Praxis an der Betriebsberufsschule folgte die Ausbildung am Arbeitsplatz. Jährlich wurden circa 150 Lehrlinge eingestellt. Um die 500 Lehrlinge waren an der Betriebsberufschule. Ab Mitte der 1970er Jahre umfasste das Ausbildungsprofil folgende Berufe
Facharbeiter für chemische Produktion und Instandhaltungsmechaniker
Maschinist für Wärmekraftwerke
Elektromonteur
Facharbeiter BMSR-Technik
Installateur
Zerspanungsfacharbeiter
Transport- und Lagerfacharbeiter
Isolierer
KfZ-Schlosser
Bauberufe (Baufacharbeiter, Zimmerer, Tischler, Maler)
Laborant, Laborant mit Abitur
Wirtschaftskaufmann
Facharbeiter für Schreibtechnik
Maschinenbauzeichner
Im Rahmen der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (kurz DSF) erhielt der VEB Synthesewerk Schwarzheide regelmäßig Besuche aus sozialistischen Ländern. Ab den 1970er Jahren erhielten zum Beispiel auch sowjetische Soldaten, die in Königsbrück stationiert waren, Einblicke in das Ausbildungslabor. Darüber hinaus wurden die Gäste während ihres Aufenthaltes in verschiedene gesellschaftliche Aktivitäten der Ausbildung einbezogen.
Mit Einführung der elektronischen Datenverarbeitung ab 1967 im VEB Synthesewerk Schwarzheide und der Installation der EDVA (Datenverarbeitungsanlage) R 300 im Jahr 1971 wurden im Rahmen der Erwachsenenweiterbildung Frauen in einer Sonderklasse "Facharbeite für Datenverarbeitung" für die Tätigkeiten im Organisations- und Rechenzentrum (ORZ) vorbereitet. Ab 1. Januar 1972 lief die Lohn- und Gehaltsabrechung über die EDVA. Auf dem Foto sind Lehrlinge um 1979 an einem der Personalcomputer (PC) im ORZ zu sehen.
Dieses klassische Kollektiv-Foto ist vor dem Eingang des Organisations- und Rechenzentrum (kurz ORZ) entstanden. 1971 wurde der Rechner R 300 für die elektronische Lohnabrechnung installiert und ab 1972 lief die Lohn- und Gehaltsabrechnng über das ORZ. Das Lochkartensystem wurde damit abgelöst.
Mit Übernahme durch die BASF 1990 wurde der Eingang geschlossen und werksseitig ein Zugang geschaffen.
In der Betriebsberufsschule (BBS) des VEB Synthesewerk Schwarzheide wurden auch BMSR- (Betriebs-, Mess- und Regel-) Techniker ausgebildet. Hier an einem Übungsgerät in der Ausbildungsstätte der Betriebsberufsschule, damals die BMSR-Baracke. Der Facharbeiter für Betriebsmess-, Steuerungs- und Regelungstechnik war ein Ausbildungsberuf in der DDR. Es handelte sich um einen Elektroberuf, der zusätzlich mit mechanischen Kenntnissen erweitert war, um den speziellen Anforderungen der Wartung von Mess- und Regelungstechnik in Großbetrieben gerecht zu werden. Zum Aufgabenprofil des Facharbeiters für BMSR-Technik gehörten Arbeiten an elektrischen, elektronischen, pneumatischen, hydraulischen und rein mechanischen Systemen. In größeren Betrieben war der Zuständigkeitsbereich des BMSR-Technikers klar vom Elektriker und vom Schlosser abgegrenzt.
Der VEB Synthesewerk Schwarzheide baute Anfang der 1970er Jahre eine Rückstandsverbrennungsanlage (RVA), die 1972 mit zwei Drehrohröfen mit Nachbrennkammern in Betrieb genommen wurde. Die Ableitung der Rauchgase erfolgte über einen 100 Meter hohen Schornstein, der 1996 abgetragen wurde. Die RVA gehörte neben der Kläranlage zum Umwelltschutzbereich (kurz UWS) des Werkes. Ende der 1970er Jahre liefen die Anlagen auf Hochtouren.
Fast jede Produktionsanlage verfügte über eine eigene Werkstatt. Hier wurde gebaut, repariert und getüftelt, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Oft wurden Ersatzteile in "Marke Eigenbau" hergestellt.